In der Kantine greife ich mir ein Tablett, eine Serviette, ein Messer, eine Gabel, einen Löffel und stelle mich in eine der Reihen, um etwas Vegetarisches, etwas Paniertes, etwas Gedünstetes zu kaufen und es mit Kollegen zu verspeisen, denen ich nichts zu sagen haben und trotzdem viel erzähle, das meiste davon erlogen, aber wortreich und mit bemüht vielen Pointen geschmückt, ein täglich gleichbleibendes Ritual, wie nun das Warten auf jene Kollegen, die eine längere Schlange gewählt haben, oder das Spähen nach einem freien Tisch.
Das alles denke ich beim Anblick der in ihrer weißen Bluse etwas zu dünnen Frau B., einer recht dummen Pute mit schlechter Frisur, aber mit guten langen Beinen unter einem grauen Bleistiftrock, und Fischnetz-Strümpfen, die sich eng um die Muskeln ihrer Waden spannen. Sie hält ein Tablett mit Königsberger Klopsen in den Händen, drei nackte Kugeln aus Hackfleisch in einer trübsinnig weißlichen Sauce, die mich an die Sauce zum gestrigen Fisch und an die Sauce zum Putengeschnetzelten von letzter Woche erinnert, und an mein Sperma auf dem Abzug eines Fotos von ihr, das ich letztes Jahr bei der Weihnachtsfeier geknipst habe, sie hatte glaube ich dasselbe an.
Das hat mir gefallen. Ein Kleinod!
AntwortenLöschenJeeez. "Kleinod" sagt der. Puh, der hat den Text ja nicht verstanden, gar nichts hat der verstanden!, der will da was Schmuckhaftes erblicken, was Handgeschmiedetes, gar was Glitzerndes, das man sich vors Walbusch-Hemd hängt, ja?, damit man was hermacht-.
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